Betrug: Der Dopplerpeiler

Diese Geschichte berichtet über menschliche Abgründe. Wie ein Funkamateur andere Funkamateure hintergeht. Ich habe die Namen geändert. Zum Schutz aller Beteiligten. Aber diese Geschichte hat sich genau so zugetragen. Vor allem habe ich nichts weggelassen oder verändert.

Zur Geschichte:
Schon länger interessierte ich mich für diese Geschichte mit dem Dopplerpeiler. Im Sommer 2015 besuchte ich die Flugwerft Schleissheim. Dort traf ich meinen alten Funkfreund, ich nenne ihn hier mal  Kurti, den ich noch aus CB-Funkzeiten, aus 1975 kannte. Auf dem Gelände der Flugwerft fand zu diesem Zeitpunkt ein Modellflugtag statt, den ich mit meinem Sohn besuchte. Neben Kurti standen diverse andere Funkamateure. Ich kam mit ihnen ins Gespräch. Einer von ihnen, ich nenne ihn Funki, erwähnte bald, dass er eine bestückte Platine dieses Dopplerpeilers zur Verfügung hätte und diese verkaufen könnte.

Ich zeigte mich interessiert und bat aber um etwas Bedenkzeit, da ich gerade eine Chemotherapie absolvierte und im Oktober operiert werden sollte. Kurz nach meiner Operation im Oktober, als ich das Krankenhaus wieder verlassen hatte, kontaktierte ich Funki, dass ich noch an der Platine interessiert wäre. Funki teilte mir aber mit, dass die Platine nicht mehr verfügbar wäre und er nur noch eine eine unbestückte Platine zur Verfügung hätte. Wir vereinbarten ein Treffen Anfang November. Kurz vor dem Treffen informierte mich Funki dann, das er jetzt doch noch eine bestückte Platine zur Verfügung hätte. Wir trafen uns dann am 6.11.2015 in Zorneding um das Geschäft abzuwickeln. Ich erwarb eine bestückte Platine, eine unbestückte Platine, ein Teko-Gehäuse und ein Drehspulinstrument für eine sogenannte Mittenanzeige. Des weiteren gab mir Funki eine Beschreibung mit Schaltplänen und diversen Fotografien des Dopplerpeilers mit, um deren Rückgabe er bat. Ich habe diese Unterlagen digitalisiert und wenige Tage später an Funki auf dem Postweg zurückgeschickt.

Am 21.11.2015 informierte mich Kurti darüber das er am 2.11..2015 die bestückte Platine an Funki zurückgegeben hatte. Warum? Da Kurti die bestückte Platine im Sommer ohne Unterlagen erhalten hatte, setzte er sich mit einem der Entwickler, ich nenne ihn Tricki, in Verbindung. Dieser konnte ihm Unterlagen geben und ihn in Kenntnis setzen, das die verkaufte Platine unbrauchbar ist. Die Platine ist ein früher Prototyp, ca. 10 Jahre alt und enthält z.B. keine Möglichkeit Dämpfungsglieder zu schalten, für einen Peilempfänger unumgänglich.

Deshalb traf sich Kurti im Beisein seiner Ehefrau am 2.11.2015 mit Funki um den Verkauf rückgängig zu machen. Bei diesem Gespräch weigerte sich Funki zuerst den Kauf rückgängig zu machen. Im weiteren Verlauf packte dann Kurti den Funki an der Krawatte und machte ihm klar, das auf der Rückgabe bestehe. Bis auf einen Fehlbetrag von 5 Euro gab dann Funki den Kaufbetrag zurück. Laut Kurti bezeichnete Funki den Entwickler, Tricki als senil und das er keine Ahnung hätte.

Kurze Zeit später erhielt Kurti dann eine Anzeige wegen Körperverletzung. Am 21.11.2015 informierte mich Kurti dann über diesen Sachstand. Wenige Tage später, am 28.11.2015 sprach ich ebenfalls mit Tricki, der auf mich nicht den Eindruck machte, als wäre er senil. Er bestätigte mir nochmals die Unbrauchbarkeit der verkauften Platine.

Nun stellten sowohl Kurti als auch ich Strafanzeige wegen Betrugs. Ich ca. 3 Wochen später als Kurti. Kurti erhielt auch bald die Nachricht das das Verfahren eingestellt wurde. Das Verfahren wegen Körperverletzung gegen Kurti wurde ebenfalls eingestellt.

Von meinem Verfahren bekam ich aber keine Einstellung, bis Kurti und ich Anfang Februar 2017 vom Amtsgericht Ebersberg eine Vorladung als Zeugen bekamen. Am 2.3.2017 war dann Termin vor dem Amtsgericht Ebersberg. Das Verfahren wegen Betrugs gegen Funki wurde gegen eine Zahlung von 200,- Euro seitens Funki eingestellt. Den Verkauf hat er rückabzuwickeln. Darauf verzichte ich aber, da ich nicht möchte, dass diese Platine wieder in Verkehr kommt. Das sagte ich auch so der Richterin, die da darüber schmunzeln musste.

Wir erhielten unsere Bestätigung für das Zeugengeld und Kurti, seine Frau und ich gingen dann noch schön in Ebersberg essen. Später besuchte ich dann noch das Grab einer Schulfreundin meiner Mutter in Ebersberg und fuhr bei schönstem Sonnenschein zurück nach Polling.

Aus unbestätigten Quellen erfuhr ich dann beim Flohmarkt in Attaching am 11.3.2017, dass der Anwalt wohl einen erhöhten Satz von Funki verlangt hat. Er soll sich dementsprechend auf einer QRG geäussert haben. Gut so.

Das ist die Geschichte um den Dopplerpeiler, den ich nach wie vor funktionsfähig haben möchte.

Ich finde es schade, dass sich ein OM so benimmt. Erstaunlich wie schnell er bemüht war, das Teil weiter zu verkaufen. Hat er das nötig, geht es ihm finanziell so schlecht, das er so etwas tun muss?

Schade ist auch, dass der OM anscheinend auch Unwahrheiten verbreitet. Neulich rief mich ein Funkamateur an und tgeilte mir mit, dass Funki jetzt behauptet, Kurti wäre wegen der Körperverletzung vorbestraft. Das stimmt halt so nicht. Denn das Verfahren wegen Körperverletzung gegen Kurti wurde eingestellt. Ist ja auch lustig, wenn man ein Packen an der Krawatte, als Körperverletzung bezeichnet.

Das Blog der Familie Bergmoser in Polling