Archiv der Kategorie: Erbe

Das Erbe: Teil 1, die Ofenattrappe

Als wir 2009 dieses Erbe antraten war uns nicht klar, auf was wir uns eingelassen hatten. Deshalb gibts hier aus dem Zusammenhang gerissen diverse „wilde Bilder“ Fotos der Renovierung von einem Haus in angeblich gutem Zustand.

Bald kam heraus, vor allem als wir ein Gutachten aufgrund des Erbstreits in Auftrag geben mussten, das wir ein Haus geerbt hatten, dass erheblich unter einem sogenannten „Investitionsstau“ gelitten hatte. Einen Abriss und Nebau konnten und wollten wir uns nicht mehr leisten. Wären wir zehn Jahre jünger gewesen, vielleicht ja.

So renovierten wir so gut es ging. Allein im Jahr 2009 absolvierten wir über 700 Arbeitstunden im Haus. Hinzu kamen dann noch mein Bruder Paul und sein Freund Michi. Michi war berüchtigt als sogenannter „Kampfmaler“. Es ist erstaunlich, wenn man sieht wie die Profis arbeiten. Hatte ich mich beim Streichen eines Raumes über einen ganzen Tag verlustiert, war Michi mit der selben Arbeit in einer Stunde fertig. Und das Ergebnis sah eindeutig besser aus!

Beheizt wurde das Haus früher pro Stockwerk durch je einen Ölbrenner der mit einer Kachelofenattrappe verkleidet war. Diese Attrappe hatte Luftöffnungen in das Wohnzimmer, in den Gang und in das Schlafzimmer. Ein Gebläse konnte zugeschaltet werden, um die warme Luft zu verteilen. Das Bad wurde durch einen Badewannenofen mit Öl beheizt. Das Kinderzimmer war unbeheizt. In der Küche stand ein Holzherd.

Hier ein Bild so einer Ofenattrappe:

Die Ofenattrappe – zugig, sperrig und nutzlos!

Erst 2006 hatte sich unsere selige Oma entschlossen, eine Zentralheizung einbauen zu lassen. Es gab große Diskussionen mt den Mietern im ersten Stock. Der Sohn unserer Oma musste vermitteln, der Opa war bereits verstorben, die Mieter wehrten sich mit Händen und Füßen, begründeten ihre Angst mit dem Schmutz der anfallen sollte. Unsere Oma war keine Frau die sich durchsetzen konnte. Später wurde uns erst klar, wie diese Mieter versuchten, möglichst rigeros ihre Belange durchzusetzen. Die Frau dieses Ehepaars war als Erzieherin tätig. Sie hatte es gelernt, wie man seine Belange durchsetzt.

Die Zentralheizung wurde dann doch installiert. Der Installateur leistete excellente Argbeit. Er arbeite quasi „minimalinvasiv“. Es entstand kaum Staub ode Dreck.

Die Mieter hatten einen Sonderwunsch in Bezug auf die Heizkörper im Wohnzimmer. Anstelle zwei kleinerer Heizkörper jeweils unter einem Fenster, wurde nur ein großer Heizkörper am Westfenster installiert. Am Südfenster stand eine große Sitzgruppe, so daß für einen Heizkörper kein Platz mehr war. Wie sich später heraustellte, ein verhängnisvoller Fehler, denn dieser über zwei Meter breite Heizkörper zog Wärmemengen, die sich sehen lassen konnten. Im Erdgeschoß wurden im selben Raum jeweils ein kleinerer Heizkörper unter West- und Südfenster eingebaut.

Die erste Heizkostenabrechnung hatte es in sich. Als jetzt die verbrauchten Wärmemengen durch geeichte Wärmemengenzähler erfasst wurden, wurde deutlich, wieviel jede der Parteien im Haus an Heizkosten verbauchte. Bisher wurden die gekauften Ölmengen jeweils zur Hälfte abgerechnet. Eine Verbrauchserfassung, wieviel Heizöl im Erdgeschoß und im ersten Stock verbraucht wurde, erfolgte nicht.

Dazu aber mehr in einem eigenen Beitrag.

Was wurde nun aus den Ofenattrappen? Diese blieben nach dem Einbau der Zentralheizung erstmal wo sie waren. Durch die Lüftungsöffnungen zog die Zugluft zwischen Gang, Wohnzimmer und Schlafzimmer. So dicht schlossen diese Öffnungen mit ihren Klappen nicht mehr. Hier ging einiges an Heizenergie flöten. Deshalb war uns sofort klar, dass wir diese Attrappen entfernen würden, zumal sie Platz weg nahmen und keine Funktion mehr hatten.

Erst als wir 2009 einzogen, entfernten wird diese Attrappen, zuerst im Erdgeschoß und als wir uns von den netten Mietern im ersten Stock trennten (sie kündigten von ganz alleine), auch im ersten Stock.

So sah es aus, als die Attrappe entfernt worden war:

Rattatazong! Weg war der… ähh Oooofen?

Es fielen ca. 600 kg Schutt an. Der Boden musste ergänzt werden. Das wurde vom örtlichen Bodenleger perfekt übernommen. Dieser Bodenleger hat dann auch die schönen Holzböden renoviert, die anscheinend seit dem Bau des Haus im Jahre 1965 noch nie renoviert wurden. Hier wurde einmal beim Hausbau nicht gespart. Das war noch richtiges Parkett, da konnte ordentlich abgeschliffen werden, damit der Boden wieder gut aussah. Die Lüftungsöffnungen zum Gang, ins Wohnzimmer und ins Schlafzimmer wurden zugemauert. Hier konnte jetzt nichts mehr ziehen oder Wärme verloren gehen.

Als der Bodenleger seine Arbeit vollendet hatte, sah es so aus:

Das war nun eine saubere Sache. Nichts störte mehr, keine Zugluft liess Kerzenflammen und Vorhänge wackeln und mehr Platz war auch geschaffen.

Dies ist die Geschichte der Ofenattrappen. Weitere werden folgen. Ich werde alle Geschichten mit Bildmaterial belegen. Damit werden auch einige Lügen entlarvt werden. Eine zukünftige Geschichte könnte lauten: „Wenn eine Wohnung unrenoviert übergeben wird.“

Viel Spass beim Lesen!