Das Erbe: Teil 1, die Ofenattrappe

Als wir 2009 dieses Erbe antraten war uns nicht klar, auf was wir uns eingelassen hatten. Deshalb gibts hier aus dem Zusammenhang gerissen diverse „wilde Bilder“ Fotos der Renovierung von einem Haus in angeblich gutem Zustand.

Bald kam heraus, vor allem als wir ein Gutachten aufgrund des Erbstreits in Auftrag geben mussten, das wir ein Haus geerbt hatten, dass erheblich unter einem sogenannten „Investitionsstau“ gelitten hatte. Einen Abriss und Nebau konnten und wollten wir uns nicht mehr leisten. Wären wir zehn Jahre jünger gewesen, vielleicht ja.

So renovierten wir so gut es ging. Allein im Jahr 2009 absolvierten wir über 700 Arbeitstunden im Haus. Hinzu kamen dann noch mein Bruder Paul und sein Freund Michi. Michi war berüchtigt als sogenannter „Kampfmaler“. Es ist erstaunlich, wenn man sieht wie die Profis arbeiten. Hatte ich mich beim Streichen eines Raumes über einen ganzen Tag verlustiert, war Michi mit der selben Arbeit in einer Stunde fertig. Und das Ergebnis sah eindeutig besser aus!

Beheizt wurde das Haus früher pro Stockwerk durch je einen Ölbrenner der mit einer Kachelofenattrappe verkleidet war. Diese Attrappe hatte Luftöffnungen in das Wohnzimmer, in den Gang und in das Schlafzimmer. Ein Gebläse konnte zugeschaltet werden, um die warme Luft zu verteilen. Das Bad wurde durch einen Badewannenofen mit Öl beheizt. Das Kinderzimmer war unbeheizt. In der Küche stand ein Holzherd.

Hier ein Bild so einer Ofenattrappe:

Die Ofenattrappe – zugig, sperrig und nutzlos!

Erst 2006 hatte sich unsere selige Oma entschlossen, eine Zentralheizung einbauen zu lassen. Es gab große Diskussionen mt den Mietern im ersten Stock. Der Sohn unserer Oma musste vermitteln, der Opa war bereits verstorben, die Mieter wehrten sich mit Händen und Füßen, begründeten ihre Angst mit dem Schmutz der anfallen sollte. Unsere Oma war keine Frau die sich durchsetzen konnte. Später wurde uns erst klar, wie diese Mieter versuchten, möglichst rigeros ihre Belange durchzusetzen. Die Frau dieses Ehepaars war als Erzieherin tätig. Sie hatte es gelernt, wie man seine Belange durchsetzt.

Die Zentralheizung wurde dann doch installiert. Der Installateur leistete excellente Argbeit. Er arbeite quasi „minimalinvasiv“. Es entstand kaum Staub ode Dreck.

Die Mieter hatten einen Sonderwunsch in Bezug auf die Heizkörper im Wohnzimmer. Anstelle zwei kleinerer Heizkörper jeweils unter einem Fenster, wurde nur ein großer Heizkörper am Westfenster installiert. Am Südfenster stand eine große Sitzgruppe, so daß für einen Heizkörper kein Platz mehr war. Wie sich später heraustellte, ein verhängnisvoller Fehler, denn dieser über zwei Meter breite Heizkörper zog Wärmemengen, die sich sehen lassen konnten. Im Erdgeschoß wurden im selben Raum jeweils ein kleinerer Heizkörper unter West- und Südfenster eingebaut.

Die erste Heizkostenabrechnung hatte es in sich. Als jetzt die verbrauchten Wärmemengen durch geeichte Wärmemengenzähler erfasst wurden, wurde deutlich, wieviel jede der Parteien im Haus an Heizkosten verbauchte. Bisher wurden die gekauften Ölmengen jeweils zur Hälfte abgerechnet. Eine Verbrauchserfassung, wieviel Heizöl im Erdgeschoß und im ersten Stock verbraucht wurde, erfolgte nicht.

Dazu aber mehr in einem eigenen Beitrag.

Was wurde nun aus den Ofenattrappen? Diese blieben nach dem Einbau der Zentralheizung erstmal wo sie waren. Durch die Lüftungsöffnungen zog die Zugluft zwischen Gang, Wohnzimmer und Schlafzimmer. So dicht schlossen diese Öffnungen mit ihren Klappen nicht mehr. Hier ging einiges an Heizenergie flöten. Deshalb war uns sofort klar, dass wir diese Attrappen entfernen würden, zumal sie Platz weg nahmen und keine Funktion mehr hatten.

Erst als wir 2009 einzogen, entfernten wird diese Attrappen, zuerst im Erdgeschoß und als wir uns von den netten Mietern im ersten Stock trennten (sie kündigten von ganz alleine), auch im ersten Stock.

So sah es aus, als die Attrappe entfernt worden war:

Rattatazong! Weg war der… ähh Oooofen?

Es fielen ca. 600 kg Schutt an. Der Boden musste ergänzt werden. Das wurde vom örtlichen Bodenleger perfekt übernommen. Dieser Bodenleger hat dann auch die schönen Holzböden renoviert, die anscheinend seit dem Bau des Haus im Jahre 1965 noch nie renoviert wurden. Hier wurde einmal beim Hausbau nicht gespart. Das war noch richtiges Parkett, da konnte ordentlich abgeschliffen werden, damit der Boden wieder gut aussah. Die Lüftungsöffnungen zum Gang, ins Wohnzimmer und ins Schlafzimmer wurden zugemauert. Hier konnte jetzt nichts mehr ziehen oder Wärme verloren gehen.

Als der Bodenleger seine Arbeit vollendet hatte, sah es so aus:

Das war nun eine saubere Sache. Nichts störte mehr, keine Zugluft liess Kerzenflammen und Vorhänge wackeln und mehr Platz war auch geschaffen.

Dies ist die Geschichte der Ofenattrappen. Weitere werden folgen. Ich werde alle Geschichten mit Bildmaterial belegen. Damit werden auch einige Lügen entlarvt werden. Eine zukünftige Geschichte könnte lauten: „Wenn eine Wohnung unrenoviert übergeben wird.“

Viel Spass beim Lesen!

 

Viel Neues!

In Folge starten hier jetzt eine Reihe von Artikeln mit diversen Themen.

Zum Beispiel:

  • Unsere Jugendzeit. Fotos, Anekdoten und vieles mehr.
  • Das Erbe, Renovierung, Umzug, Lügen und vieles mehr (Spannend)
  • Elternarbeit. Schlussfolgerungen eines Elternbeirats oder „Er hats geschafft!“ (Noch viel Spannender!)
  • … und viele weitere Geschichten und Anekdoten die nicht immer Anlass zur Freude geben.

Schaut rein! Es lohnt sich!

Bauer bildet aus

Es ist soweit. Simon macht eine Ausbildung zum Feinwerkmechaniker.  In der Ausgabe des Kreisboten vom 16.9.2017 steht dieser Bericht über die zwölf neuen Azubis bei der Firma Bauer:

Das ist auch Teil der Erfolgsgeschichte meines Sohnes Simon. Vom Status eines unbeschulbaren Schülers (O-Ton Rektor Förderzentrum Weilheim) hat sich Simon zu einem selbstbewussten jungen Mann entwickelt, der seinen Weg geht.

Gratulation Simon!

 

Besuch aus down under

Am 3.9.2017 hatten wir Besuch aus Australien. Andreas Mutter, Ursula, hat uns besucht. Hier eine kleine Diashow:

Es war ein lustiger Nachmittag. Wir hatten, wie man auf den Bildern unschwer erkennen kann viel Spass.

Amateurfunk ade!

Als  mir hilfreiche OMs, Markus und Wolfgang, die Antenne aufs Dach hievten, war ich zuerst überglücklich. Seit 1978 lizensiert, hatte ich mich immer mit Behelfsantennen begnügen müssen. Im August 2016 prangte dann dieses Teil von meinem Hausdach:

Bald konnte ich feststellen, das ein Beam für den Kurzwellenfunk dass einzig Wahre ist.  Wo ich früher mit irgendwelchen Behelfsantennen lange rufen musste, war es nun meist ein Kinderspiel, seltene Stationen zu erreichen. Aber echte Begeisterung wollte sich nicht einstellen. So fanatisch, wie manche OMs, die nur noch den Funk kannten, war ich nie. Auch jetzt nicht, mit der neuen Antenne. Mir kamen erste Zweifel, ob dieses Hobby für mich noch den Stellenwert besitzt, den es einmal, als ich 1978 die Lizenz gemacht hatte, besaß.

Ende März 2017 holte mich der Krebs wieder ein. Ich spielte mit dem Gedanken, das ganze Hobby an den Nagel zu hängen.

Dann wehte ein Sturm meine schöne Antenne vom Dach. Damit war es entschieden. Ich werde mich aus dem Amateurfunk zurückziehen. Am 30.7.2017 war es soweit. Eine Sturmböe mit 180 km/h fegte die schöne Antenne vom Dach:

Als ich diese Anzeige sah, war mir klar, ohne auf das Dach zu schauen, das wars! 

Als das Unwetter vorüber war, bot sich im ganzen Landkreis ein Bild der Verwüstung. Überall lagen entwurzelte Bäume auf den Straßen. Die Feuerwehr hatte gut zu tun. Gottseidank konnte mein Bruder Paul kurzfristig helfen und montierte am nächsten Tag die Antennenreste vom Dach.

Glücklicherweise hielt sich der Schaden auf unserem Hausdach in Grenzen. Nicht auszudenken, wenn die Antenne auf die PV-Anlage gestürzt wäre. So gingen nur ein paar Dachziegel zu Bruch, die leicht ausgewechselt werden konnten.

Wolfgang und Markus, die beiden OMs, die die Antenne aufgebsaut hatten holten die Antennereste ab. Ein Teil meines Amateurfunkequipments wechselte bei dieser Gelegenheit auch gleich noch den Besitzer. Auch die restlichen Geräte werden ihre Besitzer finden.

Momentan ist es mir wichtiger, den Krebs in den Griff zu bekommen. Ich geniesse die Natur in Polling. Inzwischen bin ich mir sicher, es war richtig, 2009, als unsere Oma verstarb, hier raus zu ziehen.

 

Fritz Box will updaten! Was nun?

Seit zwei Wochen nervt mich mal wieder meine Fritz Box. In regelmässigen Abständen bekomme ich auf die angeschlossenen DECT-Telefone die Meldung „Fritz OS nicht aktuell, Update verfügbar.“

Gut, da denkt sich der etwas erfahrene PC-Nutzer: „Kein Thema, ich rufe über meinen PC meine Fritz Box auf, und führe über die Update-Funktion das Update durch.“

Pustekuchen!
Update gescheitert! Warum?

Manche Provider gehen da anders vor. Da hängt man, ich kenne es jetzt nur von MNet, am Haken des Providers. Der Provider konfiguriert über das Netz die Fritz Box. Damit es nicht mit einem Update durch den Kunden zu Konflikten kommt, sperrt der Provider diese Funktion. Man wird die Fehlermeldung bekommen: „Update gescheitert!“

Die Fehlermeldungen über die DECT-Telefone kommen trotzdem. Was ist zu tun?

Und nun rate ich jedem der nicht ein bisschen technisch versiert ist, mit solchen Dingen, die Finger davon zu lassen. Ihr könnt hier zu lesen aufhören und müsst weiter mit einem nicht aktuellen FritzOS leben.

Als erstes sind die vorhandenen Einstellungen in der Fritz Box zu sichern. Dies funktioniert in der Oberfläche der Fritz Box über den Menüpunkt „System“. Dort wählt man den Menüpunkt „Sicherung“. Nun rasch ein Passwort ausdenken. Dann den Speicherort der Datei wählen, evtl. einen neuen Dateinamen vergeben und vor allem den Speicherort gut merken. Grundlegende Kenntnisse des Windows- Dateiexplorers werden vorausgesetzt. Ist die Datei gespeichert folgt der nächste Arbeitsschritt, das Zurücksetzen der Fritz Box.

Wir bleiben im Menü >System>Sicherung. Wir klicken auf die Registerkarte „Werkseinstellungen“ Nach einer Sicherheitsabfrage wird die Box zurückgesetzt. Alle Einstellungen gehen verloren! Deshalb die vorherige Sicherung.  Das kann jetzt einige Minuten dauern. Jetzt wäre es an der Zeit einen Kaffee trinken zu gehen. Telefonisch ist man jetzt übrigens komplett offline. Die Box fängt lustig zu blinken an und man kann die Box über den Browser nicht mehr aufrufen.

Eine Kaffeelänge später ist der Spuk beendet. Alle gespeicherten Telefonnummern sind verschwunden. Alle DECT-Telefone sind abgeschaltet und müssen neu registriert werden. Dazu aber später.

Nun gilt es den früheren Zustand wieder herzustellen. Wir sind immer noch im Menü >System>Sicherung. Wir wählen jetzt die Registerkarte „Wiederherstellen“. Dort wählen wir unsere zuvor von der Fritz Box gesicherte Datei, geben das zuvor gemerkte Passwort ein und los gehts. Wieder fängt die FritzBox wild zu blinken an. Nach ein paar Minuten ist auch dieser Spuk beendet.

Nun müssen noch die angeschlossenen DECT-Telefone neu registriert werden. Dazu ist dem Dialog auf den Displays der Telefone zu folgen. Das ist von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich. Ich halte die Fritz!Fons von AVM für die beste Lösung. Bei anderen DECT-Telefonen können einige „Kopfstände nötig sein.

Im Menüpunkt „Übersicht“ sieht man jetzt rechts oben die Version des neuen FritzOS. So hats heute vormittag bei mir geklappt.

Oder:
Es gibt eine Menge freiberufliche EDV-Dienstleister. Manche machen für so einen Service einen Festpreis. Wenn man einen Dienstleister findet der so etwas für unter 100,- Euro leistet, hat man Glück gehabt. Die Regel sind in etwas 150,- Euro, je nachdem ob mit oder ohne Anfahrt.

Oder:
Ihr habt einen hilfreichen Geist in Eurem Bekanntenkreis, nein, ich werde das nicht leisten!

Und nun wünsche ich viel Spass mit dem neuen FritzOS!

Aber warum ist das so kompliziert?
Weil jetzt das Ganze IP-basiert läuft. Stellt Euch mal die alte Oma vor, der man ihr altes Analog-Telefon wegnimmt und eine Fritz Box an die Wand hängt? Das passiert zur Zeit zu Hauf. Goldene Zeiten für fachkundige Enkel, Schüler und andere Nerds oder eben, die Oma ist vermögend und ruft nach einem Dienstleister.

Aber wer hat je behauptet, dass es besser wird? Niemand!

 

 

Simon hats geschafft!

Endlich ist es soweit. Simon hat seinen qualifizierenden Mittelschulabschluss (früher nannte man das Hauptschulabschluss) erreicht. Dabei konnte er sich in den Fächern Mathematik (von 3 auf 2) und Deutsch (von 4 auf 3) sogar noch um jeweils eine Notenstufe nach oben verbessern. Wesentlich dazu beigetragen hat seine Schulbegleiterin, die ihn seit der fünften Klasse in der Huglfinger Mittelschule begleitet hat. Trotzdem war er natürlich in der Prüfung auf sich selbst gestellt. Wie seine Mitschüler eben auch.

Wie soll man einer Person Danke sagen, die sich über so einen langen Zeitraum um unseren Sohn bemüht hat? Ich habe deshalb der Schulbegleiterin meinen Dank gesagt und sie mit einer Urkunde ausgezeichnet:

Überhaupt war diese Feier stimmungsvoll. Auch meine Tochter hat ihren Abschluss gemacht. Die Abi-Feier lässt sich mit der Abschlussfeier der Huglfinger Mittelschule nicht vergleichen. Glänzte am Gymnasium die Rektorin in ihrer langen Rede mit ihrem philosophischen Fachwissen, ging es in Huglfing wesentlich volkstümlicher zu. Herr Baumgartner und Frau Seidler moderierten diese gelungene Feier. Schön waren beide Feiern, jede auf ihre Art und Weise.

Leider bleibt ein bitterer Nachgeschmack.
Nicht jeder Schüler der neunten Klasse hat in diesem Schuljahr seinen Abschluss erreicht. Manche Schüler schafften den Quali nicht (über Notendurchschnitt 3.0) und manche Schüler scheiterten am Abschluss der Mittelschule (über Notendurchschnitt 4.0). Bei der Abschlussfeier der neunten Klassen am 20.7.2017 wurden bewusst keine genauen Zahlen genannt, wenn diese auch inoffiziell bekannt sind. Wie groß muss da der Frust bei manchen Schülern sein? Ein Schüler erschien gleich gar nicht zur Abschlussfeier. Ich sorge mich um die Zukunft dieser jungen Menschen.

Dabei muss man die Lehrkräfte bewusst in Schutz nehmen. Einige wenige Schüler haben sich im Unterricht verweigert. So gibt es Geschichten von Schülern, die bewusst, z. B. bei Referaten die Mitarbeit verweigerten. Lieber nahmen diese Schüler bewusst eine schlechte Benotung in Kauf, als dass sie sich bemüht hätten. Leider kann man einen Dackel nicht zur Jagd tragen. Was wird aus diesen jungen Menschen werden? Da müsste ein Lehrherr schon große Toleranz beweisen, als dass er einen Schüler ohne Abschluss einstellt.

Manche der Schüler versuchen jetzt in einem Orientierungsjahr an einer Berufsschule ihren Weg zu finden. Im sogenannten Berufsgrundbildungsjahr oder Berufsvorbereitungsjahr dürfen diese Jugendichen nochmals die Schulbank drücken um sich zu finden. Vielleicht kommen sie ja auf diesem Weg zur Einsicht, wie wichtig ein Schulabschluss ist.

Man kann ihnen auf ihrem weiteren Weg nur alles Gute wünschen.

Unser Schulsystem ist Mist! Hat Herr Lesch recht?

Bevor nun dieser Beitrag von der Website des Elternbeirates in Huglfing verschwindet ( am 18.7.2017 war er noch hier zu finden: http://eb-schule-huglfing.de/2016/12/10/hat-herr-lesch-recht/  ), weil er zu kritisch ist, hebe ich ihn hier nochmals hoch und habe ihn auch bei Twitter nochmal gepostet.

Da ich Herrn Lesch sehr schätze, poste ich auch hier seinen Videobeitrag nochmals. Es lohnt sich reinzuschauen:

Harald Lesch: Unser Schulsystem ist Mist!

 

Hauptursachen der Grundschulmisere

Da habe ich schon gestaunt als ich im Münchner Merkur vom 12.7.2017 diese Schlagzeile über den Leserbriefen las. Die Leserbriefe lese ich immer als erstes, weil man da so schön des Volkes Stimme spüren kann.

Hier nun zuerst mal eine Kopie dieser Leserbriefe:

Leserbriefe im Münchner Merkur vom 12.7.2017

Hier der Scan als PDF zum Download: grundschulmisere001

Tja, was sagt uns das? Nun ich habe die Recherche zurück gemacht. Ausgangspunkt für diese Leserbriefe war ein Kommentar des Redakteurs Dirk Walter vom Münchner Merkur. Ich finde es gewagt und gelungen wie er den Begriff Schweinezyklus in diesen Zusammenhang stellt.

Zitat:
„Seit Jahren herrscht an Bayerns Grundschulen Lehrermangel. Die Lücken werden mit trickreichen Maßnahmen zu stopfen versucht. Merkur-Redakteur Dirk Walter stellt in seinem Kommentar einen gewagten Vergleich an.“

Hier gehts zum ganzen Artikel:
https://www.merkur.de/wirtschaft/kommentar-zu-lehrerluecken-schweinezyklus-8475068.html

Im Artikel findet sich ein zweiter Link zu einem Artikel von Dirk Walter: Ein „Notprogramm“ Studenten als Junglehrer. 

Auch hier ein Zitat aus dem Artikel:
„Großen Protest gab es nicht, bis jetzt: Seit mehreren Jahren bekämpft Bayern den Lehrermangel mit einer etwas zwielichtigen Methode: Es holt Lehramts-Anwärter, die im Winter gerade ihr 1. Staatsexamen gemacht haben, für das zweite Schulhalbjahr an das Lehrerpult. Meist als Springer („Mobile Reserve“) für Krankheits- oder Schwangerschaftsfälle, manchmal aber auch als regulären Lehrerersatz.“

Hier gehts zum ganzen Artikel: https://www.merkur.de/wirtschaft/ein-notprogramm-studenten-als-junglehrer-8475055.html

Ich muss sagen, ich mag diesen Dirk Walter schon jetzt. Aber es ist auch an den Eltern, diese Diskussion am Laufen zu halten. Deshalb liebe Eltern, schreibt an das Kultusministerium, nervt bitte nicht die Schule, das bringt nichts. Die Schule und Schulleitung sind nur die Opfer und die Ausführenden. Sie müssen das ausbaden, was die da oben sich ausgedacht haben. Kommentare sind herzlich willkommen

 

 

Wie erstellt man eine gute Bewerbung – Eine Geschichte

Das Schuljahr geht zu Ende, in zehn Wochen ist die Abschlussfahrt, noch lange nicht haben alle in der Abschlussklasse einen Lehrvertrag in der Tasche.

Deshalb denke ich im Nachinein über das Thema Bewerbungen nach und warum es bei manchen einfach ncht klappt.

Hintergrund:
Im Jahr 2013 verlor ich meinen Job. Es folgte eine Phase der Arbeitslosigkeit, in deren Verlauf, das ist Standard wenn es länger dauert, man aufgefordert wird, an einer Weiterbildungsmaßnahme teilzunehmen. Wenn man dann schon 60 ist, ist klar wie wenig eine solche Maßnahme von Erfolg gekröhnt ist.

Nun, ich hatte nichts anderes vor, hatte bereits einige Bewerbungen verfasst und durfte mir bei der Arbeitsagentur ein sogenanntes Jobcoaching „aussuchen“. Diese Maßnahme führt natürlich nicht die Arbeitsagentur selbst durch. Sie beauftragt einen Dienstleister, in dem Fall, die B.I.B. Augsburg, Standort Weilheim.

Die Maßnahme begann im Oktober 2014. Zweimal die Woche musste ich die Schulbank drücken. Wir analysierten unsere Stärken und Schwächen, wir lernten, wer es noch nicht konnte, frei zu sprechen, Präsentationen zu erstellen und vieles mehr. Und wir lernten vor allem, wie eine gute Bewerbung auszusehen hat. Die Referentin Susanne Geissenberger, ein bereits länger bei der B.I.B. beschäftigter Couch zeigt uns aber vor allem, was eine gute Bewerbung ausmacht.

Wir zeigten, was wir so bisher an Bewerbungen abgesondert hatten. Keine einzige unserer Bewerbungen entsprach ihren Anforderungen. Nun schrieben wir unter ihrer Anleitung Bewerbungen. Bei den Jüngeren stellten sich die Erfolge sehr schnell ein.  Manche verliessen bereits nach einem Monat die Maßnahme. Aber auch einige Ältere waren teils kurz vor Weihnachten wieder in einer Anstellung. Also konnte das, was uns beigebracht wurde, nicht so falsch sein. Wir lernten deshalb auch, nicht auszulassen, immer wieder neue Bewerbungen zu schreiben. Dabei vermieden wir Kardinalfehler wie z.B. „Hiermit bewerbe ich mich“ oder im Lebenslauf die halbe Verwandschaft aufzuzählen.

Wir lernten wie man einen Lebenslauf nach Stärken gliedert, wie wichtig der erste Satz im Anschreiben ist, warum ein perfektes Bewerbungsfoto so wichtig ist und welche Formalien heute aktuell bei Bewerbungsmappen, egal ob offline oder online, wichtig sind.

Wir lernten auch, dass es formale Gründe gibt, warum ein Personaler Bewerbungsunterlagen nicht zurückschicken muss. Dieser Trick war für mich gänzlich neu, leuchtete aber ein. Solches Insiderwissen kommt nicht aus veralteten Schulbüchern, sondern von einem professionellen Coach, der auf dem Laufenden ist.

Ende Februar 2015 war es dann auch bei mir soweit. Ich hatte bisher ca. 30 Bewerbungen erstellt. Wir hatten meinen Lebenslauf nochmals komplett umgestellt und noch stärker nach meinen Fähigkeiten strukturiert. Ich bekam die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch, die erste Hürde war genommen. Und ich bekam den Job, ab 1.4.2015 war ich alter Sack wieder in Lohn und Brot. Der Personalverantwortliche, der mich einlud, lobte noch die hohe Professionalität meiner Bewerbungsmappe. Da durfte unsere Trainerin schon ein bisschen stolz auf sich sein. Sie freute sich mit mir und ich war glücklich.

Leider hat mich dann Anfang Mai der Krebs erwischt, jetzt war alles anders, aber das Thema Bewerbungen war damit für mich nicht beendet, im Gegenteil.

Im Schuljahr 2015/2016 war in der achten Klasse meines Sohnes auch das Thema Bewerbungen  wichtig. Ich sah bald, wie das Thema in der Schule an meinen Sohn und die Klasse vermittelt wurde. Das war die Art von Bewerbungen, die ich beim Coaching in der B.I.B. als unbrauchbar kennenlernte.

Ich konfrontierte den Klassenlehrer mit meinen Kenntnissen. Antwort:“Bewerbungen werden nicht benotet. Jeder kann seine Bewerbung schreiben wie er möchte.“

Fazit für mich: Konfrontiere als Laie niemals eine pädagogische Fachkraft mit Deinem Wissen, Du wirst abprallen, wie wenn Du gegen eine Gummiwand läufst.

Erschwerend kommt hinzu dass In den Schulbüchern zu Bewerbungen leider teilweise noch Inhalte von vor 20 Jahren vermittelt werden, das kann nicht funktionieren. En Blick ins Impressum dieser Bücher zeigt das Datum des Wissenstands. Da kann man getrost ein paar Jahre hinzu addieren, denn Verlage ändern ungern ihre Inhalte, weil das Geld kostet, wie ich selbst aus meiner 24-jährigen Verlagserfahrung bestätigen kann.

Einer der wenigen Verlage, der jedes Jahr seinen Bewerbungsführer neu macht, ist das Standarwerk von Hesse und Schrader, das ich weiter unten nochmals erwähne.

Ich schrieb nun zusammen mit meinem Sohn einige wenige Bewerbungen nach den Maßgaben der B.I.B. Zusätzlich absolvierte er frühzeitig diverse Praktikas wo ebenfalls unsere Bewerbungen zum Einsatz kamen. Bei einem Praktikum setzte sich der Klassenlehrer, wie sich später herausstellte mit großem Erfolg beim Ausbildungleiter für Simon ein. Das hat sicher zum Erfolg der Bewerbung beigetragen.

Lag es nun am Praktikum und dem engagierten Einsatz des Klassenlehrers, lag es an der Bewerbung oder lag es an Beidem, Simon hat nun seit Oktober 2016 eine Lehrstelle. Nicht jeder aus seiner Klasse, der sich dort beworben hat, wurde genommen, Simon schon.

Später hatte ich dann Einsicht in Bewerbungen anderer Mitschüler von Simon. Nun, wie diese aussahen, gespickt mit Bewerbungs-Kardinalfehlern, konnte das nicht funktionieren.

So hatten wir Glück. Ich hatte das Fachwissen erworben, eine gute Bewerbung zu erstellen.

Auch für meine Tochter haben wir dann so eine (EINE!) Bewerbung nach den Kriterien der B.I.B. erstellt. Volltreffer! So hat auch meine Tochter nach dem Abi ihren Ausbildungsplatz fest. Auch hier gönnten wir uns den Luxus eines professionellen Bewerbungsfotos. Das kostet etwas, ist aber nicht die Welt. Natürlich mögen 50,- Euro für manche viel Geld sein, aber es ist für die Zukunft Deines Kindes. Je nach Aufwand kann so etwas auch mal 200,- Euro kosten. Der erste Eindruck ist entscheidend, es ist zwar nicht mehr bindend ein Bewerbungsfoto abzugeben, der Personaler ist auch nur ein Mensch und genauso subjektiv wird er entscheiden. Denn links steht immer sein Papierkorb!

Hier nenne ich jetzt beispielhaft eine Internetadresse, die im Wesentlichen auch das wiedergibt, was heute eine gute Bewerbung ausmacht. Treffender hätte es unsere Trainerin vom B.I.B. auch nicht formulieren können. Weitere Beispiele liefert Tante Google:

http://karrierebibel.de/anschreiben-einstieg-einleitungssatz/

Ein Buchtipp wäre:

https://www.amazon.de/Hesse-Schrader-Bewerbungshandbuch-erfolgreiches-Berufsleben/dp/3849020436/ref=sr_1_sc_3?ie=UTF8&qid=1493731989&sr=8-3-spell&keywords=hesse+uind+schrader

Ich wünsche nun allen Bewerbern viel Erfolg bei der Jobsuche. Auf Anfrage stelle ich gerne die Bewerbung (ohne Foto) von Simon oder auch mir zur Verfügung . Bitte kurze Mail an mich. Ich gebe keine Garantie dass das funktioniert, aber es könnte sein, das doch. Bei meiner Tochter und meinem Sohn, aus welchen Gründen auch immer, hat es geklappt.

Ein Schlusssatz aus der Schulung bei der B.I.B. den ich für sehr wichtig halte, möchte ich noch zitieren:“Bewerbung kommt von werben!“

Deshalb der Apell an unsere Kinder:
Werbt für Euch! Draussen weht ein scharfer Wind!

Und der Apell an die Eltern:
Kümmert Euch um die Stärken und Schwächen Eurer Kinder, fördert sie wo es geht. Mit Förderung ist aber nicht das neueste Handy oder die neueste Spielekonsole gemeint.

herzliche Grüße vom Ex-Elternbeirat, Ex-Admin EB-Website und Vater von Simon aus der neunten Klasse

Jürgen Bergmoser

Das Blog der Familie Bergmoser in Polling