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Amateurfunk ade!

Als  mir hilfreiche OMs, Markus und Wolfgang, die Antenne aufs Dach hievten, war ich zuerst überglücklich. Seit 1978 lizensiert, hatte ich mich immer mit Behelfsantennen begnügen müssen. Im August 2016 prangte dann dieses Teil von meinem Hausdach:

Bald konnte ich feststellen, das ein Beam für den Kurzwellenfunk dass einzig Wahre ist.  Wo ich früher mit irgendwelchen Behelfsantennen lange rufen musste, war es nun meist ein Kinderspiel, seltene Stationen zu erreichen. Aber echte Begeisterung wollte sich nicht einstellen. So fanatisch, wie manche OMs, die nur noch den Funk kannten, war ich nie. Auch jetzt nicht, mit der neuen Antenne. Mir kamen erste Zweifel, ob dieses Hobby für mich noch den Stellenwert besitzt, den es einmal, als ich 1978 die Lizenz gemacht hatte, besaß.

Ende März 2017 holte mich der Krebs wieder ein. Ich spielte mit dem Gedanken, das ganze Hobby an den Nagel zu hängen.

Dann wehte ein Sturm meine schöne Antenne vom Dach. Damit war es entschieden. Ich werde mich aus dem Amateurfunk zurückziehen. Am 30.7.2017 war es soweit. Eine Sturmböe mit 180 km/h fegte die schöne Antenne vom Dach:

Als ich diese Anzeige sah, war mir klar, ohne auf das Dach zu schauen, das wars! 

Als das Unwetter vorüber war, bot sich im ganzen Landkreis ein Bild der Verwüstung. Überall lagen entwurzelte Bäume auf den Straßen. Die Feuerwehr hatte gut zu tun. Gottseidank konnte mein Bruder Paul kurzfristig helfen und montierte am nächsten Tag die Antennenreste vom Dach.

Glücklicherweise hielt sich der Schaden auf unserem Hausdach in Grenzen. Nicht auszudenken, wenn die Antenne auf die PV-Anlage gestürzt wäre. So gingen nur ein paar Dachziegel zu Bruch, die leicht ausgewechselt werden konnten.

Wolfgang und Markus, die beiden OMs, die die Antenne aufgebsaut hatten holten die Antennereste ab. Ein Teil meines Amateurfunkequipments wechselte bei dieser Gelegenheit auch gleich noch den Besitzer. Auch die restlichen Geräte werden ihre Besitzer finden.

Momentan ist es mir wichtiger, den Krebs in den Griff zu bekommen. Ich geniesse die Natur in Polling. Inzwischen bin ich mir sicher, es war richtig, 2009, als unsere Oma verstarb, hier raus zu ziehen.