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Datenschutz? Sprechzeiten der Lehrer

In meiner Zeit als Elternbeirat habe ich oft den Begriff Datenschutz gehört. Er wurde oft und gern von der Schulleitung gebraucht. Oder missbraucht? Ich habe da so meine Zweifel. Nun bin ich nicht mehr Elternbeirat. Mein Sohn hat seinen Abschluss geschafft, er hat eine Lehrstelle und alles ist gut.

Als Elternbeirat interessierte mich auch immer wieder ein Internet-Auftritt der Schule. Ich war vier Jahre Elternbeirat und Elternbeiratsvorsitzender. In den gemeinsamen Sitzungen des Elternbeirates mit der Schulleitung haben wir über die Jahre immer wieder einmal nach dem Stand eines Internetauftrittes gefragt. Die Jahre gingen ins Land, man argumentierte, erst müssen gewisse Fragen des Datenschutzes geklärt werden.

Im Sommer 2016 war es dann soweit. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten ging die Website der Schule online. Zeitgleich ging die Website des Elternbeirates online. Warum diese beiden Parteien einen getrennten Auftritt verwicklichten ist eine eigene Geschichte.

Die Schulleitung schickte mir als Elternbeiratsvorsitzenden auch eine Datenschutzerklärung damit der Elternbeirat auf der Schulwebsite genannt werden könne. Das habe ich aber abgelehnt und stattdessen eine Verlinkung mit der Website unseres Elternbeirates angeboten. Auf dieses Angebot habe ich nie eine Antwort erhalten.

Beide Internet-Auftritte liefen nun nebeneinander her. Auf der Website der Schule wurde der Elternbeirat mit keiner Silbe erwähnt. Auf der Website des Elternbeirates wurde ein Link zur Schulbwebsite geschaltet. Gerüchteweise soll sich die Schulleitung sogar geäussert haben, der Elternbeirat wolle mit der Website der Schule nichts zu tun haben. Eine Aussage, wenn sie so stattgefunden haben sollte, natürlich völlig falsch war.

Es war egal. Die Website des Elternbeirates erfreute sich steigender Beliebtheit und informierte regelmässig über diverse Belange der Elternarbeit und vieles mehr aus dem Umfeld Schule und Eltern.

Der Elternbeirat entschied sich, die Sache mit der Anbindung an die Schulwebsite ruhen zu lassen. Die Schulleiterin, eine Pädagogin alter Schule, erfahren und routiniert, würde ihren Dienst im Sommer 2017 beenden. Man wollte hier nicht mehr weiter aktiv werden. Die Geschichte sollte erst mit einem neuen Schulleiter wieder Fahrt aufnehmen.

Sommer 2017
Die Schulleitung nimmt die Sprechstundenzeiten der Lehrer von der Schulwebsite. Angeblich wäre dies von der Datenschutzbeauftragten beanstandet worden.

Jetzt kann man nur vermuten was hier passiert ist.

Haben sich die Lehrkräfte vermehrt dagegen ausgesprochen, das die Sprechzeiten auf die Website kommen?

Wozu ist dann so eine Website gut, wenn man nicht mal schnell nachschauen kann?

Wie handhaben das andere Schulen im Landkreis?

Ich habe recherchiert und bin zu einem erstaunlichen Ergebnis gekommen. Alle Internetauftritte von Schulen, hier im Landkreis nennen auf ihren Seiten die Sprechzeiten. Manche überarbeiten sie noch, jetzt zu Beginn des Schuljahres, andere bieten sogar die Möglichkeit, direkt einen Termin zu buchen. Hier ein paar Bildbeispiele, auch mit Nennung der Internetadressen (im Text hervorgehoben und verlinkt):

Zuerst die Staufer-Grundschule in Schongau. Das Webangebot dieser Grundschule kann sich sehen lassen. Sogar der aktuelle Elternbrief ist online abrufbar. Man sieht, wer diesen Internetauftritt realisiert hat, war mit Leib und Seele dabei. Es macht Spass durch das Angebot zu blättern:

Staufer Grundschule Schongau
Sprechzeiten der Lehrer, Staufer Grundschule in Schongau

Diese Grundschule ist zwar größer, als die Schule an der ich Elternbeirat war, zumal ich Elternbeirat der Mittelschule war. Ich denke aber, dies ist kein Argument. Es wäre wirklich interessant zu wissen, ob dies gegen den Datenschutz verstößt. Oder gibt es in Schongau eine Lehrerschaft, die sich bewusst dafür ausgesprochen hat und dieser Veröffentlichung zustimmt?

Ein weiteres Beispiel und dabei möchte ich es auch belassen, ist das Gymnasium Weilheim. Diese Website ist seit Jahren bekannt für ihre hohe Qualität des Inhalts. Es gibt einen Newsletter mit wöchentlichem Versand, wer die Infos per Papier will, muss dafür Kopiergeld zahlen und man kann sogar Sprechzeiten online buchen. Formulare für Abwesenheit, Krankmeldung etc. können heruntergeladen werden. Nun ist das Gymnasium auch eine ganz andere Kategorie. Weit über 1500 Schüler besuchen diese Bildungseinrichtung. Das Team der Website besteht aus einer Redaktion von etlichen Mitarbeitern, teils Schüler, teils Lehrkräfte. Mitglieder der IT-AG administrieren die Website technisch. Alles wird in der Schule betreut, kein externer Dienstleister ist eingebunden. Man kann sich hier ein Beispiel nehmen, für einen perfekten Internetauftritt. Es muss ja nicht dieser hohe Aufwand getrieben werden. Aber es gibt Dinge die nachahmenswert wären. Hier nun die Seite der Sprechzeiten der Lehrkräfte:

Sprechzeiten Gymnasium Weilheim

Allein dieser Menüpunkt „Für Eltern“ vermittelt Eltern das Gefühl, hier bin ich richtig! Das Gymnasium hat auch ein neues Konzept der Sprechstunden entwickelt:

Ich verstehe, wenn Eltern in der Grundschule im vierten Schuljahr nervös werden, ob ihr Kind den Übertritt schafft. Wer möchte nicht sein Kind an einer Schule wissen, wo bereits der Internetauftritt Wohlfühlen vermittelt. Meine Tochter ging gern auf das Weilheimer Gymnasium. Trotz der hohen Schülerzahl fühlte sie sich immer gut aufgehoben.

Das auf beiden jetzt vorgestellten Internetauftritten, der Elternbeirat ausführlich berücksichtigt wird, braucht man gar nicht näher zu erwähnen. Das ist bei diesen Schulen eine Selbstverständlichkeit.

Surft mal selbst durchs Netz. Ihr werdet viele weitere Beispiele finden. Anscheinend verstoßen auch andere Schulen gegen den Datenschutz oder ist das alles nur Humbug?

Schön finde ich auch die Seiten des Murnauer Gymnasiums. Alles ein bisschen kleiner und feiner, aber nichts destotrotz, Sprechstunden werden frei kommuniziert, der Elternbeirat hat seinen festen Platz.

Ich bin gespannt, wie es an der ehemaligen Schule meines Sohnes weitergeht. Ich werde auf jeden Fall hier berichten. Vor allem kritisch und offen. Ohne jemanden zu schonen und ohne etwas zu verschweigen. Schaut öfter hier rein, es lohnt sich!

Wie verbrennt man eine Website?

Dies ist ein schönes Beispiel, was passiert wenn eine Website nicht regelmässig gepflegt wird. Was war passiert? Der Elternbeirat der Grund- und Mittelschule Huglfing hatte sich im Mai 2016 laut Protokoll vom 30.5.2016 entschieden, für den Elternbeirat einen eigenen Internetauftritt zu realisieren. Ich war der Initiator und hatte mich bereit erklärt die Sache auf den Weg zu bringen. Es meldeten sich vier weitere Personen, die ihre Mitarbeit zusicherten.

Bei der Konzeption war es mir wichtig, dass ein System zum Einsatz kommt, das leicht zu bedienen ist. Deshalb entschied ich mich für den Einsatz eines Redaktionssystems auf Basis von WordPress. WordPress zeichnet sich durch besonders einfache Bedienung aus. Sowohl von der inhaltlichen Seite, als auch von der Administration. Auch ich bin kein Programmierer, das braucht es auch heutzutage nicht mehr, um eine Website oder einen Blog zu betreiben.

Der Internetauftritt wurde realisiert, die Website war wenige Tage nach der Sitzung vom 30.5.2016 des Elternbeirates online. Ich erklärte mich bereit, eine Schulung über WordPress durchzuführen. Im laufenden Schuljahr war das nicht mehr zu realisieren. Am 14.1.2017 war es dann soweit. Ich hatte die Schulung lange vorher angekündigt. Von den vier Personen, die sich am 30.5.2016 zur Mitarbeit bereit erklärt hatten war nur eine erschienen. Es waren dann noch weitere Interessenten erschienen, die aber technisch so versiert waren, dass sie eigentlich diese Einsteigerschulung nicht brauchten. Sie waren neu im Elternbeirat und sehr interessiert.

Wisst Ihr was eine Windmaschine ist?

Zu diesem Zeitpunkt wurde mir wieder einmal klar, ich war wieder auf Windmaschinen hereingefallen. Seit Juni 2016 hatte ich etliche Beiträge auf diesem Blog des Elternbeirates verfasst. Die Website oder Blog wurde in Suchmaschinen perfekt gefunden und erreichte excellente Suchergebnisse. So sollte es sein. Ich hatte bis hierher also alles richtig gemacht. Was fehlte waren Beiträge anderer Eltern.

Bei der schlecht besuchten Schulung, wurde mir klar, das wird so nichts. Zeitgleich bereitete sich mein Sohn in der Mittelschule auf den Quali vor. Das kostete mich Zeit. Ende März dann die Hiobsbotschaft, der Krebs war zurück. Der Diagnose ging eine Notaufnahme wegen einer Lungenembolie voraus. Es war das volle Programm. Deshalb habe ich mich aus der Arbeit im Elternbeirat und damit aus der Arbeit an der Website ganz schnell zurückgezogen. Dies stiess leider nicht nur auf Verständnis, wie ich später erfuhr.

Eine Teilnehmerin aus der Schulung verfasste ein paar wenige Beiträge auf dem Bog. Das wars dann aber auch.  Die Zugriffszahlen gingen kontinuierlich nach unten. Das Blog rutschte in den Orkus des Vergessens.

Wenn man die Zugriffsstatistik des Blogs aufruft kann man diesen Trend sehr schön sehen:

www.eb-schule-huglfing.de

Wer selbst einmal aktuell nachschauen möchte kann dies unter www.eb-schule-huglfing.de/usage gern tun.

Nun kommt ein weiterer unglücklicher Umstand dazu. Als ich Mitte September zufällig mal wieder die Website des Elternbeirates besuchte stellte ich einen massiven Befall mit Spamkommentaren fest. Viagra, Penisverlängerungen, etc. das volle Programm. Die Kommentare sind massiv ab Anfang August aufgelaufen. Niemand hatte es für nötig gehalten, ab und zu mal auf die Website zu schauen. Klar, es waren Ferien, also machen auch die Spammer Ferien. Oder doch nicht? Gleichzeitig stellte ich fest, das von mir erstellte Beiträge mit einem Link zu meiner eigenen privaten Website versehen waren. Ich forderte daher die Elternbeiratsvorsitzende auf diese Links unverzüglich zu entfernen. Antwort erhielt ich dann vom neuen Admin, der sich technisch um die Website kümmern sollte. Wie auch immer, die Mail wäre zu umfangreich, um hier darauf einzugehen. Kurz gesagt, wir einigten uns darauf alle meine Beiträge zu löschen. Der neue Admin sah hier keine andere Lösung.

In meiner aktiven Zeit mit der Website hatte ich 70 Beiträge erstellt, die sich mit der Thematik Elternbeiratsarbeit, Elternarbeit, Infos für Eltern uvm. befasst hatten. Es hatte sich also ein guter Grundstock an Infos, Links und vieles mehr etabliert.

Was geschieht mit Suchmaschineneinträgen?

Nun, das ist eine gute Frage. Die Einträge in Suchmaschinen zur Huglfinger Schule sind zahlreich, immer noch…. aber das Löschen hat fatale Folgen. Jeder Beitrag produziert eine große Menge an Suchmaschineneinträgen. Bei 70 Beiträgen dürfte ein Vielfaches an Suchmaschineneintgrägen existieren. Ich habe mal ein paar Suchbegriffe eingegeben:

Google

Diese Suchworte erbrachten also 20.100 Ergebnisse! Das ist beachtlich! Aber es hat fatale Folgen! Denn klickt man auf ein Ergebnis, kommt von der Website jetzt eine Fehlermeldung:

Elternbeirat Huglfing

Sicher hätte man hier eine bessere Lösung finden können. Aber lohnt sich der Aufwand für eine Sache, hinter der niemand steht? Der jetzige Admin hat mir schon bei der Übergabe der Website an ihn versichert, er wird sich nicht um Inhalte kümmern. Das war auch mein Plan, leider hat niemand ernsthaft mitgearbeitet. Bis auf einen Beitrag zu einem Wasserspender für 5000,- Euro oder der xten Pausenbrotaktion, kam nicht viel. Aktuelle Ereignisse wie die Verabschiedung von Frau Seidler, Zeugnisabschlussfeier, Infos zur Neuwahl des Elternbeirates etc. Fehlanzeige.

Nun ist diese Website meiner Ansicht nach verbrannt. Jeder nutzt heute Suchmaschinen, in dem Fall Google. Aber habe ich Lust eine Website zu besuchen, die nur Fehlemeldungen produziert, wenn ich einen Link aufrufe? Eigentlich kann man diesen Auftritt jetzt nur noch löschen.

Denn der Auftritt kostet auch Geld. www.eb-schule-huglfing.de gibt es nicht für lau. Die Jahresgebühr dieser Doman mit dazu gehörigen E-Mail-Postfächern und allem drum und dran liegt bei 60 Euro Jahresgebühr. Aber anscheinend ist dieser Betrag egal für den Elternbeirat.

Und das Fazit für mich?

Ich bin ein weiteres Mal auf Windmaschinen hereingefallen. Aber ich habe gelernt. Neulich hatte ich ein Gespräch mit den Vorständen eines Kleintierzüchtervereins. Zusammen mit ein paar interessierten Mitgliedern zeigte ich am Beispiel meiner Website www.bergmoser.de wie einfach es ist, mit WordPress einen Internetauftritt zu verwirklichen und diesen vor allem am Laufen zu halten. Ich betonte wie wichtig es ist, das hier eine Mannschaft gebildet wird, die das Teil inhaltlich betreut.

Und da war es wieder, das alte Problem.

Jeder Anwesende ging wohl davon aus, dass ich das übernehmen würde. Ich würde mich doch so gut auskennen. Ich empfahl dann doch lieber noch ein paar Rammler für den Verein anzuschaffen. Das mit der Website sollte man besser sein lassen. Ich bezahlte mein Getränk und suchte schnell das Weite.

Dieser Verein wird auch in hundert Jahren noch keinen Internetauftritt haben. Und man wird ihn auch in keiner Suchmaschine finden und das ist auch gut so!